Die KASPV (Konferenz der Aargauischen Staatspersonalverbände), der auch der ASPV angehört, hat am 6. Mai 2026 eine Medienmitteilung zur Verwaltungsbremse publiziert. Der APSV und die KASPV werden sich im weiteren Prozess dafür einsetzen, dass die Interessen des Personals gebührend berücksichtigt werden.

Medienmitteilung KASPV

KASPV kritisiert Verwaltungsbremse: Symbolpolitik auf dem Rücken der Mitarbeitenden

Die KASPV kritisiert die Annahme der sogenannten Verwaltungsbremse durch die rechtsbürgerliche Mehrheit im Grossen Rat deutlich. Der Entscheid setzt aus Sicht des Verbands ein falsches Signal gegenüber den Mitarbeitenden des Kantons und gegenüber der Bevölkerung.

Die Motion verlangt, das Wachstum des Personalbestands der kantonalen Verwaltung künftig an das Bevölkerungswachstum zu koppeln und dieses Verhältnis politisch zu steuern. Was auf den ersten Blick nach Effizienz klingt, ist aus Sicht der KASPV in Wahrheit eine starre Personalbremse. Sie droht, die Handlungsfähigkeit des Kantons zu schwächen.

«Die rechtsbürgerliche Mehrheit beschliesst eine Verwaltungsbremse, obwohl der Aargau bereits eine schlanke Verwaltung hat. Das ist Symbolpolitik auf dem Rücken der Mitarbeitenden», sagt Stefan Dietrich, Präsident der KASPV. Besonders stossend ist aus Sicht der KASPV, dass die Motion angenommen wurde, obwohl der Regierungsrat sie klar abgelehnt und als unnötig sowie höchst problematisch bezeichnet hat. Die Regierung zeigt in ihrer Antwort auf, dass die ordentlichen Stellen der kantonalen Verwaltung zwischen 2014 und 2024 lediglich um 7,5 Prozent gewachsen sind, während die Bevölkerung im gleichen Zeitraum um 14,1 Prozent zugenommen hat. Von einem ausufernden Personalwachstum kann deshalb keine Rede sein. Der Aargau verfügt im Gegenteil bereits heute über eine sehr schlanke Verwaltung.

Die Aufgaben des Kantons wachsen zudem nicht schematisch mit der Bevölkerungszahl. Neue Bundesvorgaben, komplexere Verfahren, organisierte Kriminalität, Digitalisierung, Cybersicherheit, Asylbereich, Justiz, Strafvollzug und Polizeiarbeit erzeugen Personalbedarf, der sich nicht mit einer einfachen Quote abbilden lässt. «Wer mehr Sicherheit, schnellere Verfahren und einen funktionierenden Service public verlangt, darf nicht gleichzeitig das Personal deckeln. Das schwächt den Kanton und gefährdet die Qualität der öffentlichen Dienstleistungen», hält Stefan Dietrich fest.

Eine funktionierende Verwaltung ist kein Luxus. Sie ist Voraussetzung für Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit, verlässliche Verfahren, gute Dienstleistungen und einen starken Standort Aargau. Wer die Verwaltung pauschal bremst, trifft am Ende nicht eine anonyme Bürokratie, sondern die Bevölkerung, die Gemeinden, die Wirtschaft und die Mitarbeitenden, die täglich dafür sorgen, dass der Kanton funktioniert. Die KASPV fordert deshalb, dass der weitere Gesetzgebungsprozess sorgfältig, transparent und unter Einbezug der Personalverbände geführt wird. Sicherheitsrelevante, rechtlich gebundene und durch neue Aufgaben verursachte Personalbedürfnisse müssen zwingend berücksichtigt werden. Der Kanton darf sich nicht durch eine ideologische Personalformel selbst schwächen. «Eine Verwaltungsbremse darf nicht zur Personalbremse werden. Die KASPV wird sich im weiteren Prozess dafür einsetzen, dass Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und gute öffentliche Dienstleistungen nicht unter die Räder kommen», so Fabio Iseini, Geschäftsführer KASPV.

 

Neubesetzung Präsidium KASPV

Stefan Dietrich wird Präsident der Aargauer Staatspersonalverbände

Die Delegiertenversammlung der Konferenz der Aargauischen Staatspersonalverbände (KASPV) hat Stefan Dietrich zum neuen Präsidenten gewählt. Er tritt die Nachfolge von Marco Hardmeier an.

Stefan Dietrich ist Grossrat des Kantons Aargau und Lehrer. Er verfügt über langjährige politische Erfahrung auf kantonaler Ebene, unter anderem als ehemaliger Co-Präsident der SP Aargau.