Die KASPV (Kon­fe­renz der Aar­gaui­schen Staats­per­so­nal­ver­bän­de), der auch der ASPV ange­hört, hat am 23. Juli 2021 eine wei­te­re Medi­en­mit­tei­lung zur Mas­sen­ent­las­sung beim DGS publiziert. 

Medi­en­mit­tei­lung KASPV

In der Medi­en­mit­tei­lung vom 16. Juli 2021 und auch in einem Schrei­ben an das Depar­te­ment Gesund­heit und Sozia­les hat die KASPV das kurz­fri­stig und mit­ten in der Haupt­fe­ri­en­zeit eröff­ne­te Kon­sul­ta­ti­ons­ver­fah­ren auf­grund der Mas­sen­ent­las­sun­gen beim CONTI scharf kri­ti­siert. Die­ses vom DGS unse­ri­ös geführ­te Ver­fah­ren ist unfair gegen­über den betrof­fe­nen Mit­ar­bei­ten­den und gefähr­det die Bemü­hun­gen, die Pan­de­mie einzudämmen.

Der Kan­ton hat in der Medi­en­mit­tei­lung vom 21. Juli 2021 das Kon­sul­ta­ti­ons­ver­fah­ren für abge­schlos­sen erklärt und hat sei­ne Ent­schei­de mit­ge­teilt. Dem­nach wird 15 Mit­ar­bei­ten­den gekün­digt wäh­rend 59 Per­so­nen einen neu­en Arbeits­ver­trag erhal­ten, der einen Ein­satz auf Abruf ermög­licht. Es ist stos­send, dass in einem solch brei­ten Aus­mass Mit­ar­bei­ten­de einen Ver­trag auf Abruf erhal­ten, eines der pre­kär­sten Arbeits­ver­hält­nis­se, das man in der Arbeits­welt antrifft und eigent­lich ver­pönt ist, da das gan­ze finan­zi­el­le Risi­ko auf die Arbeit­neh­men­den gewälzt wird. In einem sol­chen Aus­mass Arbeit auf Abruf zuzu­las­sen, ist einem Arbeit­ge­ber wie dem Kan­ton Aar­gau unwür­dig. Dazu ist noch unklar, wie vie­le Betrof­fe­ne die­sen Arbeits­ver­trag anneh­men wer­den, d.h., auf wie vie­le erfah­re­ne Arbeits­kräf­te der Kan­ton zukünf­tig über­haupt auf Abruf zäh­len kann und ob bei stei­gen­den Zah­len das CONTI nicht wie in der Ver­gan­gen­heit wie­der zusam­men­bricht. Bei den Kün­di­gun­gen wie auch bei den Ände­rungs­kün­di­gun­gen muss noch in einer ange­mes­se­nen Frist das recht­li­che Gehör gewährt wer­den. Die KASPV zwei­felt an, dass der Kan­ton die nöti­gen Fri­sten ein­hal­ten kann, was zu einer Kla­geflut füh­ren könnte.

Was das Kon­sul­ta­ti­ons­ver­fah­ren betrifft, haben sich die Befürch­tun­gen der KASPV bestä­tigt. Die Vor­schlä­ge der Per­so­nal­kom­mis­si­on wur­den in kei­ner Wei­se seri­ös auf­ge­nom­men. Der Sinn des Kon­sul­ta­ti­ons­ver­fah­rens besteht ja eigent­lich in der Mit­wir­kung der Arbeit­neh­men­den bei der Ent­schei­dungs­fin­dung des Arbeit­ge­bers. Die Vor­schlä­ge für alter­na­ti­ve Mass­nah­men zur Ver­hin­de­rung von Kün­di­gun­gen soll­ten durch den Arbeit­ge­ber geprüft wer­den, bevor er sich end­gül­tig zu einer Mas­sen­ent­las­sung ent­schliesst. Die zustän­di­ge Stel­le beim Kan­ton hat sich dafür genau 2 Tage Zeit genom­men, was in kei­ner Wei­se als genü­gend für eine seriö­se Über­prü­fung gewer­tet wer­den kann. So ver­kommt ein wich­ti­ges, gesetz­lich fest­ge­schrie­be­nes Mit­wir­kungs­in­stru­ment zu einer Far­ce und das gera­de bei einem Arbeit­ge­ber wie dem Kan­ton Aar­gau, der eine wich­ti­ge Vor­bilds­funk­ti­on innehat.

Stos­send ist zudem, dass Mit­ar­bei­ten­de, wel­che gera­de in der letz­ten Wel­le einen gros­sen Ein­satz gelei­stet haben, nun für fal­sche Per­so­nal­ent­schei­de und Orga­ni­sa­ti­ons­män­gel des DGS bestraft wer­den und, dass das für die Bekämp­fung der Pan­de­mie sehr wich­ti­ge Con­ta­ct Tra­cing Cen­ter mit unkla­ren Fol­gen mas­siv geschwächt wird.